Sterben gehört zum Leben

„Ich bin mit sehr gemischten Gefühlen in dieses dreitägige Seminar gestartet. Einerseits habe ich mich darauf gefreut ein sensibles und emotionales Thema wie Begegnung mit Sterben und Tod zu bearbeiten. Andererseits hatte ich aber auch eine gewisse Angst davor, dass mich diese intensive Auseinandersetzung emotional sehr belasten würde“, so eine Auszubildende des Kurses.

Sterbende und Trauernde würdevoll begleiten war ein Ziel des dreitägigen Seminares „Tod, Trauer und Sterben“, welches in die Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann eingebettet ist und im Februar 2022 an der Pflegeschule St. Loreto in Schwäbisch Gmünd stattfand.

Gemeinsam mit Frau Binder, ausgebildete Palliative Care Fachkraft und Kursleitung zertifiziert durch DGP und der Klassenleitung Frau Kiesewetter, Dozentin an der Pflegeschule St. Loreto, konnten sich die Auszubildenden des zweiten Ausbildungsjahres behutsam und vorbereitend mit dem Thema Sterben auseinandersetzen.

Die Betreuung trauernder und sterbender Menschen jeden Alters stellt eine sehr hohe emotionale Anforderung für die Pflege dar. Dazu gehörte zu Beginn des Seminars, die eigene Biografie, die Selbstbestimmung und das Selbstverständnis von Sterben und Tod kennenzulernen, was der Kurs auf kreative Art und Weise umsetzen durfte.

Oftmals sind die Pflegefachkräfte die einzigen Bezugspersonen und bedeuten für die Sterbenden „Familienersatz“. Doch was bedeutet dies für die Auszubildenden? Mit unterschiedlichen Erwartungen und Fragestellungen wurden spannende Themenbereiche, wie die Sterbephasen nach Kübler-Ross, die Begleitung der Angehörigen, die Trauer bei Kindern sowie ethische und rechtliche Aspekte intensiv bearbeitet. Auch die interprofessionelle Zusammenarbeit mit Hospiz und spezialisierter ambulanter palliativer Versorgung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Hierbei kamen vielfältige Anschauungsmaterialen, Kleingruppenarbeiten, kreatives Arbeiten oder Filme zum Einsatz. Die Auszubildenden setzen sich auch mit Ritualen auseinander, indem Sie die Wirkung und praktische Anwendung von ätherischen Ölen am Beispiel einer Handmassage kennen lernten. Der Besuch der hauseigenen Kapelle rundete das Seminar ab. Trotz emotionaler Stunden und aufwühlender Momente gab es auch Momente, in denen gelacht wurde und die Auszubildenden lernten sich von einer anderen Seite kennen und schätzen. „Sterben ist Teil des Lebens – man muss sich damit auseinandersetzen“.