Generalistik-AK war ein voller Erfolg

Pflegefachkräfte aus dem Ostalbkreis konzipieren Ausbildungsplan gemäß neuer Vorgaben

Ulrike Fritsch, Koordinatorin des Arbeitskreises Generalistik in St. Loreto, präsentiert den Ausbildungsplan bei der abschließenden Videokonferenz der AG am 26. Januar 2021

Als im Januar 2020 der neue Rahmenausbildungsplan zur generalistischen Pflegeausbildung in Kraft trat, standen viele Pflegefachkräfte vor einer großen Herausforderung. Neue Strukturen, veränderte Methoden und Herangehensweisen forderten die Praxisanleitenden und Auszubildenden in der Pflege. Denn: Die veränderten Lernprozesse mussten in den stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen praktisch umgesetzt werden.

Aus diesem Grund trafen sich seit September 2018 regelmäßig zwölf Fachfrauen verschiedener Pflegeeinrichtungen im Ostalbkreis unter der Koordination von Ulrike Fritsch, Schulleiterin der Pflegeschule St. Loreto in Schwäbisch Gmünd. Ziel war, sich in einem Arbeitskreis über die neuen Prozesse auszutauschen und den komplexen Rahmenausbildungsplan in einen gut verständlichen und anwendbaren Ausbildungskatalog zu überführen.

Maria Lehnert, Pflegedienstleiterin von Vinzenz ambulant, erzählt: „Unser Ziel war es, die generalistischen Pflegeschüler/-innen gut vorzubereiten und zu unterstützen. Vor knapp zwei Jahren konnten wir noch nicht erahnen, welche Vielzahl an Fragen durch die neue generalistische Pflegeausbildung auf uns zukommen würde. Es war eine große Herausforderung für uns. Durch die gemeinsame Erarbeitung des Ausbildungsplans konnten wir Schritt für Schritt gehen und wussten wohin die Reise geht.“

Auch Alexandra Waibel, Hausleiterin des Pflegeheims St. Johannes der Stiftung Haus Lindenhof, war mit dabei und beschreibt: „Wenn jeder für sich die Fülle an Arbeitsmaterial selbst erarbeitet und einen eigenen betrieblichen Ausbildungsplan erstellt hätte, wäre es sehr schwierig geworden.“ Für die Praxisanleitenden vor Ort mussten die Anforderungen praxisnah formuliert und gut umsetzbar sein.

Für alle Arbeitskreis-Mitglieder war vor allem der gegenseitige Austausch sehr wertvoll. Der Rahmenausbildungsplan ist sehr theoretisch und wenig konkret formuliert. Daher war es für die Pflegefachkräfte umso wichtiger, Lern- und Denkaufgaben mit konkreten Beispielen und Kompetenzen zu erarbeiten, sodass sie gut in der Praxis einsetzbar sind, etwa die 1:1-Anleitung bei pflegerischen Handlungen.

Sigrun Merholz vom Deutschen Roten Kreuz ist froh, von Anfang an dabei gewesen zu sein und bedauert, dass der Arbeitskreis nun zu Ende geht: „Jeder konnte seine Erfahrungen einbringen und vom anderen dazulernen. Außerdem war in der Gruppe keine Spur von Konkurrenzdenken zu sehen, es war ein schönes Miteinander.“

Ulrike Fritsch, die die Koordination des Arbeitskreises übernahm, ist dankbar für die gute Zeit, die gegenseitige Offenheit und das Erreichte: „Wir möchten die Ausbildungspläne auch allen Kooperationspartnern der Pflegeschule im Ostalbkreis zur Verfügung stellen, die nicht im Arbeitskreis beteiligt waren“, so die Koordinatorin. Allen Pflegeschüler/-innen ein gleiches Ausbildungsniveau zu ermöglichen, könne nur gelingen, wenn allen die gleichen Formulare zur Verfügung stünden.

Nach zweieinhalb Jahren haben die Pflegefachfrauen ihr Ziel erreicht: Die generalistische Pflegeausbildung in verständlichem Lernmaterial zu vermitteln, die Arbeit vor Ort nun konkret anzugehen und somit die Ausbildung von Pflegeberufen noch attraktiver zu gestalten.

Text: Katharina Stumpf, Stiftung Haus Lindenhof / Bild: St. Loreto

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